Anbau Feuerwache 2

Mit dem Projekt Anbau Feuerwache 2 am Flughafen Frankfurt wird die Fläche dieser Wache der Flughafenfeuerwehr nahezu verdoppelt. Der Bestand wird vollständig umgebaut, saniert und modernisiert. In dem Neubau findet ein zusätzlicher Zug für den Gebäudebrandschutz Platz. Zudem wird der Flugzeugbrandschutz an die aktuellen Erfordernisse angepasst sein.

 

Projekt Feuerwache 2 in Bildern

Anbau Feuerwache 2: Bauen auf dem Flughafen-Vorfeld

Das Bauvorhaben Anbau Feuerwache 2 befindet sich mitten auf dem Vorfeld des Flughafengeländes. Es ist rundherum umgeben von Rollbahnen und Flugzeugparkpositionen. Die diensthabenden Feuerwehrmänner und -frauen müssen zu jeder Tages- und Nachtzeit voll einsatzbereit sein, um binnen Sekunden im Fahrzeug und bei etwaig notgelandeten Flugzeugen sein zu können. Das beeinflusst die Gebäudeplanung maßgeblich. Einerseits müssen alle Funktionen für einen "24/7/365 - Betrieb" direkt in der Feuerwache vorhanden sein. Von Büros, Besprechungs- und Schulungsräumen über Werkstätten und Lager bis hin zu Aufenthalts-, Speise-, Sport- und Ruheräumen. Gleichzeitig müssen alle Wege von jeder Stelle des Gebäudes die gesetzlich vorgeschriebenen und regelmäßig überprüften Einsatzzeiten fördern.

Funktion und Form korrespondieren

Diese Funktionen spiegeln sich beim Projekt Anbau Feuerwache 2 im Erscheinungsbild des Gebäudes wider. Große verglaste Hallentore öffnen die Fahrzeughallen in Richtung der ausrückenden Fahrzeuge mit direktem Blick auf zwei Startbahnen und die zu betreuenden Flughafengebäude. Horizontale Fensterbänder unterstreichen gestalterisch die Bewegung des Ausrückens.

Anbau Feuerwache 2 Skizze

Anbau Feuerwache 2: Bauen im Sicherheitsbereich

Die stetig wachsende Auslastung eines Unternehmens mit kontinuierlich neu erstellten Gebäuden führt dazu, dass auch dessen Betriebsfeuerwehr vergrößert werden muss. Wenn es sich hierbei um einen der größten Flughäfen Europas handelt, ist auch eine entsprechend große Feuerwache nötig. Der Anbau Feuerwache 2 mit einer Größe von ca.  4.000 qm wird an der bestehenden Feuerwache mit einer Größe von ca. 4.500 qm erstellt.

An den zwei Stirnseiten des Anbaus wird jeweils eine Fahrzeughalle für den Löschzug „Gebäudebrandschutz“ sowie für Sonderfahrzeuge errichtet. Der Kernbereich erhält drei oberirdische Stockwerke, von denen zwei als Feuerwache und ein weiteres als Bürofläche für Bodenverkehrsdienste genutzt werden. Ein Zugang ist von Westen möglich. Dort ist ein Treppenhaus mit Aufzug zur vertikalen Erschließung geplant. Auf der gegenüberliegenden Seite des Anbaus befindet sich ein weiteres Treppenhaus als zweiter Fluchtweg. Das Bauwerk erhält flache Dachflächen.

Optimales Baufenster definiert

Als Ergebnis einer vorgeschalteten und ebenfalls von i_d a erstellten Studie war ein Baufenster im Vorfeldbereich definiert worden, das von den jeweils angrenzenden Betriebsstraßen, einem Schachtbauwerk und einer entstehenden Flugzeugparkposition begrenzt wird. Die bebaubare Fläche war damit, auch in Bezug auf das umzusetzende Raumprogramm, sehr eingegrenzt.

Der Anbau wird unmittelbar angrenzend an den Bestand errichtet, der teilweise unterkellert ist. Der Anbau wird ebenfalls teilunterkellert. Dadurch wird der Aufwand für Gründung - bei größtmöglicher Flächenausnutzung des Baufensters - möglichst gering gehalten. Vor dem Ausbilden der Baugrube wird eine VDW-Pfahlwand in dem nicht unterkellerten Bereich des Bestandes erstellt. Hierdurch wird das Erfordernis einer bereichsweisen Unterfangung des Bestandes vermieden.

Zeitsparender Vorfertigungsgrad

Um eine kurze Bauzeit vor Ort - im Vorfeldbereich - zu ermöglichen, wird ein möglichst großer Vorfertigungsgrad der Konstruktion verfolgt. Im Einzelnen ergaben sich aus geometrischen Zwängen, wie beispielsweise dem höhengleichen Übergang zwischen den Gebäudeteilen, Anforderungen an eine möglichst schlanke Konstruktion, weshalb Bauteile aus Ortbeton unvermeidbar wurden.

Projektdaten

Planung & Bauzeit 2016-2021
Ort Frankfurt a. M. Flughafen
BGF 8.200 qm
Extras Feuerwache
Ununterbrochene Nutzung
Stahlbetonbauweise / Vorfertigung

Bestmögliche Schonung des Bestandes

Der Bestand bleibt in seiner Grundstruktur erhalten. Allerdings wurde die obere Etage bislang überwiegend zu Verwaltungszwecken genutzt. Sie wird nunmehr für die Umnutzung als Feuerwache baulich stark verändert. Auch die Bereiche der Feuerwache in der ebenerdigen Etage werden umgestaltet, um die veränderten Anforderungen abzubilden.

Insbesondere Sicherheitsgründe führen dazu, dass weitere mitunter erhebliche Eingriffe in den baulichen Bestand unumgänglich sind. Beispielsweise setzt ein zweiter baulicher Rettungsweg einen zusätzlichen Treppenraum innen sowie eine neue Außentreppe voraus. Die Umsetzung eines individuellen Brandschutzkonzepts und die Anbindung an den neu geschaffenen Anbau sind weitere Gründe für Eingriff.

Großer Gewinn in Funktion und Komfort

Der Bestands-Teil des Gebäudes wird nach Abschluss des Projektes Anbau Feuerwache 2 den den Zug für Flugzeugbrandschutz aufnehmen. Die Räume der Feuerwache befinden sich künftig im Obergeschoss. Daher müssen die Alarmwege konform zu den ICAO Anforderungen mit Rutschen und Rutsch-Stangen als vertikale Verbindung vorgesehen werden.

Die neu geschaffenen Räumlichkeiten beeindrucken durch ihre Dimensionen wie ihre funktionale Komplexität. Das Raumprogramm beinhaltet unter anderem:

  • Fahrzeughallen mit Schnell-Lauf-Toren für extrem schwere und schnelle Einsatzfahrzeuge
  • Verwaltungsräume einschließlich Leitstelle
  • verschiedene Werkstätten für Einsatzgerät
  • Ruheräume für 24-Stunden Betrieb
  • Aufenthalts- und Sporträume zur fortwährenden
  • Küchen- und Speiseräume zur selbstständigen Verpflegung
  • Funktions- und Lagerräume zum autonomen Betrieb der Feuerwache über mehrere Tage
  • technische Funktionsräume, inklusive Zwischendeponierung von Lösch-Schaum und Flugzeugkerosin nach Havarien / Einsätzen

Schwarz- und Weiß-Bereiche

Selbstverständlich berücksichtigen alle Maßnahmen die Trennung in Schwarzbereiche und Weißbereiche. Diese Bezeichnungen sind Fachbegriffe der Feuerwehr. Mit Schwarzbereich bezeichnen Feuerwehrleute alle Bereiche der Wache, die (ruß)verschmutzt sein können, also beispielsweise die Fahrzeughalle. Ruheräume, Büros oder der Essbereich beispielsweise zählen zum Weissbereich. Sie dürfen nach Einsätzen nicht „unsauber“ betreten werden.

 

Mehr Projekte aus Bestand & Anbau

Sie haben Fragen an in_design architektur Frankfurt?

Wenn Sie Fragen haben: Rufen Sie einfach an. Innenarchitektin Christine Weinmann und Architekt Tim Driedger informieren Sie gerne in einem persönlichen Gespräch. Vereinbaren Sie einen Termin unter +49(0)69 6062 872-0 oder schreiben Sie uns eine kurze Nachricht an info (at) indesign-architekten (punkt) de.